Schweden

Der andere Weg 

Die Abwesenheit der Hysterie

Sonderweg“, „Experiment“, „gescheitert“ – wer sich mit der Corona-Krise intensiver beschäftigt, kommt an Schweden genauso wenig vorbei wie an diesen unvermeidlichen Charakterisierungen. Für alle, die es interessiert, möchte ich daher einen unaufgeregten Einblick in das Leben in Schweden bieten, wie es sich wirklich darbietet – aus Sicht eines Deutschen, dem es daheim zu viel wurde.

Mein ungeschönter Eindruck: Obwohl mich nur gut 100 Kilometer vom deutschen Festland trennen, könnte ich mich genauso gut auf einem anderen Planeten befinden.

 

Offene Universitäten, nie komplette Schulschließungen, niemals ein Lockdown. Darüber hinaus ein deutlich schwächerer Anstieg der Covid-Neuinfektionen als in den meisten anderen Ländern Europas, nur halb so hohe Infektionszahlen wie beim Höchststand im Juni und vor allem: Keine Panik vor steigenden Corona-Fallzahlen, keine Panik vor steigenden Todeszahlen wie in halb Europa und vielen anderen Ländern der Erde.

Keine Wut, keine Aggression in der Bevölkerung, sondern vor allem Vertrauen und Toleranz. Gleichzeitig sehr viel schwächerer Wirtschaftsabsturz als in den allermeisten Industrieländern, die harte, staatlich verordnete Zwangs-Lockdowns durchführten, beispielsweise nur halb so starker Wirtschaftsabsturz wie in Deutschland. Zu schön, um wahr zu sein? Nein, Schweden, Mitte Oktober 2020.

Im Gegensatz dazu die Situation in Deutschland: Regelrechte Panikmache in vielen Medien, Aufforderungen zur Meldung von Corona-Verstößen plus einem entsprechenden Portal, Streit um Beherbergungsverbote, Kinder – selbst im Grundschulalter – mit Masken im Unterricht, teilweise Schulschließungen, weitgehend geschlossene Universitäten, Ankündigung eines möglichen neuen harten Lockdowns durch Politiker, Aggression und gereizte Stimmung im öffentlichen Leben, ein häufig gestörtes tägliches Miteinander, das häufig in ein Gegeneinander umschlägt.

Welcher Corona-Weg war und ist der klügere? Der schwedische oder der deutsche?

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